Aktie der Woche vom 07.05.00
Check Point Software
(WKN 901638)Trendbranche: Internetsicherheit
Zur Charttechnik:
Nach einer Ver-6-fachung innerhalb von nur 6 Monaten kam die überfällige Korrektur. Das diese zu über 50% Kursverlust führte, sehen wir als gute Bereinigung nach dem starken Anstieg an.
Der langfristige Aufwärtstrend ist nach wie vor intakt und nicht gefährdet. Der mittelfristige Aufwärtstrend seit Oktober 1999 wurde zwar dreimal kurzfristig unterschritten, doch stellte sich dies nachträglich als Bärenfalle heraus, da der Aufwärtstrend sofort wieder überschritten wurde.
Seit dem Allzeithoch bei 295$ Anfang März 2000 stellte sich ein kurzfristiger und steiler Abwärtstrend ein. Dieser wurde schon Anfang April gebrochen. Zudem bildete sich ein Doppel- Tief. Dies kann man durchaus als untere Umkehrformation bewerten, da das zweite Tief oberhalb des ersten Tiefs liegt.
Der 38 Tage Durchschnitt ist aktuell knapp überschritten worden. Sollte sich dies als nachhaltig herausstellen, kann man das ebenfalls als positives Zeichen für den weiteren Kursverlauf sehen. Der 200 Tage Durchschnitt liegt zur Zeit bei ca. 100$, wodurch er nicht in Gefahr ist.
Das Momentum hat die wichtige Unterstützung bei 100 unterschritten. Dies ist nachhaltig geschehen, und sie wurde bis jetzt noch nicht wieder überschritten. Ebenso hat der MACD seinen langfristigen Aufwärtstrend nachhaltig nach unten durchbrochen. Dies ist beides als negativ zu bewerten. Positiv hingegen muß die Beruhigung des Momentum, und erst recht das Kaufsignal des MACD bewertet werden.
Wir sehen kurzfristig zwei Marken als richtungsweisend an: 100$ und 200$. Sollte es nicht in den nächsten Wochen gelingen, nachhaltig über den Widerstand von 200$ zu klettern, droht ein Bruch des mittelfristigen Aufwärtstrends und ein Rückschlag bis auf ca. 100$, da erst hier eine nennenswerte und starke Unterstützung liegt, und zudem der langfristige Aufwärtstrend und der 200 Tage Durchschnitt verläuft.
Sollte es aber gelingen, so wird nicht nur der 38 Tage Durchschnitt nachhaltig nach oben durchbrochen, sondern es ist auch damit zu rechnen, daß das Momentum wieder über 100 steigt und der MACD seinen Aufwärtstrend wieder aufnimmt. Dies alles wäre als sehr positiv zu bewerten.
Langfristig erwarten wir aber in jedem Fall eine positive Entwicklung. Deshalb sollte selbst ein eventueller Rückschlag zu Nachkäufen genutzt werden!Zum Unternehmen:
E-Commerce, B2B oder Internet-Banking. Diese und andere neue Handelsformen werden uns in Zukunft das Leben erheblich bequemer gestalten. Zudem werden Kosten in nicht unerheblichem Maße eingespart, was sich auch in günstigeren Preisen niederschlagen wird.
Warum aber erst in der Zukunft, wo es doch heute schon möglich wäre? Was hält viele Internetbenutzer davon ab, die Technologien heute schon zu benutzen?
Sicherheitsmängel!
Viele Nutzer geben bei Umfragen an, daß sie ungern über unsichere Verbindungen sensible Kundendaten, wie z.B. die Kreditkartennummer, verschicken. So ist an vielen Stellen derzeit z.B. eine Online Bestellung nur möglich, wenn man seine Kundendaten über eine un- oder schlecht gesicherte Leitung verschickt. Dies ist dann mit einer Postkarte vergleichbar, die auf ihrem Weg jeder einsehen kann.
Aber nicht nur viele Verbindungen sind noch unzureichend gesichert, auch viele Server von Firmen, auf denen die Daten gespeichert werden, sind für Hacker "leicht" zugänglich. So stellte die Stiftung Warentest erst vor kurzer Zeit in einem Test fest, daß von den untersuchten Firmen nur BOL und Amazon über relativ sichere Server verfügen. Alle weiteren Server waren mit einem vergleichsweise geringem Aufwand zu "knacken".
Das Sicherheitsproblem ist aber auch bei den Großkonzernen ein Thema. So ist z.B. durch den Virus Melissa im vergangenen Jahr ein weltweiter Schaden in Millionenhöhe entstanden. Statt aus den Fehlern zu lernen, konnte erst vor wenigen Tagen ein weiterer Virus namens "I love you" erneut nicht unerheblichen Schaden anrichten. Hier werden letztendlich weltweite Schäden in Milliardenhöhe erwartet. Erschreckend ist dabei insbesondere, daß selbst bei Großkonzernen mit recht einfachen Mitteln (kleines eMail Programm) ein erheblicher Schaden angerichtet werden kann. Nicht auszudenken, wenn erst die Wirtschaftskriminalität sich mit ihrer gesamten Aufmerksamkeit diesem Thema widmet!
Aber schon ein verstärkter Andrang auf einen Internetdienst kann zu Softwareproblemen, Serverproblemen oder Serverabstürzen führen. Dies war vor wenigen Monaten deutlich zu sehen, als es hierzu bei Firmen wie Ebay, Amazon oder Yahoo kam. Hier hatten sich Hacker diese Schwäche zunütze gemacht, und mit einem Programm viele verschiedene PCs zur gleichzeitigen Anfrage bestimmter Dienste gesteuert. Als Folge daraus sind viele Server unter der verstärkten Nachfrage zusammengebrochen.
Dies sind nur einige Probleme, die den Durchbruch neuer Technologien verzögern. Was also tun?
Grundsätzlich sollte durch Antivirus Software eine Grundsicherung geschaffen werden. Allerdings werden vor allem in Zukunft immer mehr Großkonzerne den Weg ins Datennetz finden. Wo bei vielen Privatnutzern der regelmäßige Check mit einem Antivirus Programm ausreicht, muß bei den Großkonzernen schon das "eindringen" eines Fremden bzw. dessen Virus in das eigene System verhindert werden. Hier lagern oft Informationen, die von großem Wert sind.
Deshalb kommen sogenannte Firewalls zum Einsatz. Firewall- Software verhindert, daß nicht authorisierte Nutzer oder Software in das System gelangen (auf eine detailierte Beschreibung der Technologie wird hier verzichtet).
Als Weltmarktführer bei dieser Technologie wird das israelische Unternehmen Check Point Software bezeichet. Mit dem Produkt Firewall-1 setzt man den Benchmark im Markt. Aber auch im Bereich Netzwerkmanagement und -sicherheit zählt man zu den Top-Anbietern. Für das Problem der "verstärkten Nachfrage" nach Informationen hat man auch eine Lösung anzubieten. Das von Check Point Software entwickelte "Cyber Attack Defense-System" kann Hackerangriffe schon im Frühstadium erkennen, analysieren und effektiv abwehren (auch hier gehen wir nicht detailiert auf die Technologie ein).
Gerade in den von Check Point Software tätigen Bereichen erwarten Experten für die nächsten Jahre ein überdurchschnittliches Wachstum von 60% pro Jahr. Hier hat Check Point Software im letzten Jahr den Umsatz um 55% und den Gewinn um 34% gesteigert. Außergewöhnlich starke Zuwächse erreichte man sogar im ersten Quartal 2000: Umsatz +79%, Gewinn +77%! Demgegenüber steht ein vergleichsweise günstiges 2001er KGV von aktuell 84.
Als interessantes Investment sehen Check Point Software ebenfalls viele namhafte Analystenhäuser. Nennenswert sind hier u.a. Chase H&Q, Goldman Sachs, Paine Webber, Prudential Securities, Robertson Stephens und UBS Warburg.
Sie alle sehen Check Point Software als kaufenswert an; 13 von ihnen sogar als STRONG BUY!
So sieht z.B. Andre Köttner, Fondsmanager bei Union-Investment, Check Point Software zum "aktuellem Kurs als eine echte Kaufgelegenheit" an (25.4.2000).
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Fazit:
Ein reinrassiger Trendwert!
Check Point Software ist Marktführer in einem DER Wachstumsmärkte der Zukunft: Die Nachfrage nach IT Security Software wird mit zunehmendem Internetwachstum automatisch mitwachsen. Die aktuellen Probleme mit Hackerangriffen stellen nur die Spitze des Eisberges dar. Hier wird in Ansätzen deutlich, welches Nachholpotential selbst Großkonzerne in diesem Bereich haben; von den mittelständischen Unternehmen ganz zu schweigen.
Außerdem dürfte gerade in unruhigen Zeiten an der Börse vermehrt nach profitablen Unternehmen wie Check Point Software gesucht werden.
Wenn man also eine Portion Mut und Ausdauer mitbringt, dürfte man bei Check Point Software langfristig gut belohnt werden.Chart mit freundlicher Genehmigung der comdirect bank AG und teledata GmbH.
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