Aktie der Woche vom 04.06.00
Commerce One
(WKN 924107)
Trendbranche: Business to Business (B2B)
Zur Charttechnik:
Eine wirklich atemberaubende
Entwicklung: Innerhalb von 5 Monaten lief Commerce One (C1) von ca. 4,5$
auf ca. 165$...!
Das nach solch einem Anstieg
eine dementsprechende Korrektur folgen würde, musste man erwarten.
Inzwischen haben wir seit dem Allzeithoch bei ca. 165$ eine Korrektur von
rund 80% gesehen.
Der Chart zeigt deutlich,
daß durch die Korrektur viele Aufwärtstrends und Unterstützungen
durchbrochen wurden. Aktuell ist noch ein schwacher Aufwärtstrend
zu erkennen, der in den letzten Wochen zweimal erfolgreich bestätigt
wurde. Sollte C1 diese beiden Tiefpunkte nicht mehr unterschreiten, so
kann (!!!) man diese Punkte sogar als Doppel-Bottom werten. Dies wäre
eine untere Umkehrformation und würde weitere Kurssteigerungen prognostizieren.
Desweiteren kann man eine schwache Unterstützung bei ca. 30$ erkennen,
die zumindest kurzfristig Halt bieten dürfte.
Der Weg nach oben ist durch
eine Reihe von ehemaligen Unterstützungen, somit nun Widerständen,
gepflastert; der erste folgt schon bei ca. 65$.
Vorher jedoch muß
noch der wichtige 38 Tage Durchschnitt gebrochen werden, der aktuell bei
ca. 50$ verläuft. Hier steht eventuell schon in den nächsten
Tagen eine Entscheidung an, da derzeit auch der Kurs bei 50$ steht. Sollte
ein Durchbruch gelingen, so folgt der nächste relevante Durchschnitt
(100 Tage) erst bei ca. 80$. Durch einen Bruch des 38 Tage Durchschnitts
würde zudem ein signifikantes Kaufsignal generiert werden!
Das Hauptaugenmerk
sollte technisch diesmal aber auf das Momentum gerichtet werden.
Das Momentum gilt u.a. als Frühindikator für mittel- bis langfristige
Kursbewegungen. Hier ist deutlich ein langfristiger, abwärtsgerichteter
Trendkanal zu erkennen. Dieser wurde schon kurz nach der Emission betreten
und bis vor kurzem nicht verlassen. Da nun das Momentum nun über einige
Monate gefallen, aber der Kurs rasant gestiegen ist, musste man im Hinblick
auf das Momentum immer mit einem Kurs-Einbruch rechnen. Vor einigen Tagen
wurde der besagte Trendkanal aber erstmalig und signifikant nach oben durchbrochen.
Dies generiert ein eindeutiges Kaufsignal! Steigt das Momentum nun
weiterhin trotz stagnierender oder fallender Kurse, sollten diese erst
recht zu langfristig orientierten Käufen genutzt werden.
Der MACD ist hier relativ
unbedeutend. Er beginnt derzeit lediglich, leicht nach oben zu drehen.
Sollte sich dies fortsetzen, wird auch hier ein Kaufsignal generiert.
Insgesamt rechnen wir damit,
daß die Korrektur abgeschlossen ist. Zwar können im Rahmen
der Bodenbildung erneut tiefere Kursstände zu sehen sein, doch sollten
die Tiefststände nicht mehr erreicht werden. Mittelfristig rechnen
wir damit, daß C1 Potential bis zum eingezeichneten Abwärtstrend
bei derzeit ca. 110$ hat.
Langfristig orientierten
Anlegern raten wir derzeit zum Aufbau erster Positionen, da wir hier überdurchschnittliches
Kurspotential im Gegensatz zu geringem Risiko sehen.
Zum Unternehmen:
B2B- Jeder hat den Begriff
schon einmal gehört, aber nur wenige können wirklich etwas damit
anfangen.
B2B bedeutet Business to
Business. Hierdurch wird der Handel zwischen Unternehmen beschrieben, der
auf elektronischen Wegen verläuft. Im Vergleich dazu steht der allseits
bekannte B2C (Business to Consumer) Handel, in dem Privatpersonen z.B.
Bücher online bei Amazon kaufen können.
Doch warum wird dem B2B
Markt eine so große Bedeutung zugemessen?
Er führt zu erheblichen
Kosteneinsparungen bei den beteiligten Unternehmen. Wo z.B. bisher ein
Zeit- und Kostenaufwand entstand, indem der Kontakt per Post geflegt wurde,
da tritt man jetzt direkt per Internet miteinander in Verbindung. Hier
ist auch der Einspareffekt bei der bürokratischen Arbeit nicht zu
vergessen. Außerdem können Unternehmen nun direkt miteinander
verhandeln, und sparen so eventuelle Zwischenhändler ein. Desweiteren
fällt die oft langwierige und kostenaufwendige Suche nach dem idealen
Partner z.B. als Lieferant weg, da man nun direkt und sofort auf einem
"Marktplatz" den Überblick über alle Anbieter erhält und
einen Kontakt herstellen kann.
Dies sind nur einige der
Vorteile, die B2B ermöglicht. Doch wer profitiert von dieser Trendbranche
am Meisten?
Sicher ist, daß die
handelnden Unternehmen durch die o.g. Faktoren profitieren, und somit günstiger
ein- und verkaufen können. Aber wer stellt die technischen Möglichkeiten
her, damit diese Einsparungen überhaupt möglich sind?
Zu nennen ist in jedem Fall
unser Trend-Depot Wert Cisco Systems,
da ohne deren Hardware das Internet kaum existieren würde. Sie stellen
die Netzwerke zur Verfügung, die sowohl Privat- als auch Geschäftsleute
zur Kommunikation über das Internet nutzen. Aber um überhaupt
einen Kontakt zu finden, braucht man sogenannte Marktplätze. Ähnlich
wie in der realen Welt, in der Händler und Käufer auf Marktplätzen
einen Überblick über das Angebot gewinnen und danach handeln
können, so verhält es sich im Internet. Auch hier werden Marktplätze
gebraucht, auf denen sich Händler und Käufer treffen, kommunizieren
und handeln können. Diese Marktplätze werden durch speziell entwickelte
Softwareprogramme geschaffen. Diese ermöglichen erst, das viele Unternehmen
untereinander virtuell in direkten Kontakt treten können.
Ein Unternehmen, daß
solche Software entwickelt und die Marktplätze betreut, ist Commerce
One (C1).
Die US-Gesellschaft gilt
als Pioneer in der Ausbildung virtueller Handelsplätze im Internet.
Schon seit der Gründung hat C1 das Ziel, immer den Marktführer
einer Branche für die eigene Handelsplattform zu gewinnen. So hat
man nicht nur gleichzeitig auch viele Zulieferer und einen großen
Umsatz auf der eigenen Plattform, sondern auch einen nicht zu unterschätzenden
Imageeffekt. Warum sollte ein kleineres Unternehmen eine andere Plattform
wählen, als der erfolgreiche "große Bruder"?!
Heute ist C1 einer der
Marktführer im B2B Geschäft. Innerhalb von kurzer Zeit hat
man es geschafft, eine große Anzahl an namhaften Kunden für
die eigene Handelsplattform zu gewinnen. Zu nennen sind u.a. Royal Dutch,
Shell und BP Amoco, British Telecom, Cable&Wireless und Deutsche Telekom,
General Motors, Ford und DaimlerChrysler, NTT Communications, BellSouth,
und Portugal Telecom, Swisscom und Singapore Telecom, Citigroup, BNP Paribas,
Societe Generale und Cap Gemini, Warner-Lambert, Compaq, Peoplesoft und
Intershop, Schlumberger,...!
Insgesamt hat C1 schon mehr
als 150 Kunden von seinen Produkten überzeugen können. Durch
die Zusammenarbeit mit der renommierten Unternehmensberatung Andersen Consulting
wird man aber auch zukünftig weitere Kunden gewinnen können.
Es ist nicht zu übersehen,
daß C1 eine globale Positionierung anstrebt. Laut CEO (Chef) Mark
Hoffman hat man ein derzeitiges Haupt-Ziel: Wachstum! "So viel und so
schnell wie irgend möglich!"
Hervorzuheben ist hier der
Deal mit GM, Ford und DaimlerChrysler. Zusammen will man in naher Zukunft
eine Plattform einrichten, über die die Automobilkonzerne einen Großteil
ihres Einkaufs tätigen werden. Unter Beteiligung der verschiedenen
Zulieferer wird es für die Großkonzerne möglich sein, schnell
und günstig handeln zu können. Hier werden alleine bei DaimlerChrysler
Kosteneinsparungen in Höhe von insgesamt 10% der Materialpreise, bzw.
5% des Endpreises erwartet (dies entspricht ca. 1000$ bei einem 20.000$
Wagen)! Dieser Deal hatte zur Folge, daß sich nur wenige Tage später
auch die Konzerne Nissan und Renault dem Bündnis anschlossen.
Ebensolche Marktplätze
plant C1 auch mit Raytheon, Boeing, Lockheed Martin und BAE Systems, und
mit Royal Dutch, Shell und BP Amoco. Somit ist C1 an den drei weltgrößten
B2B-Marktplätzen beteiligt!
Der Gesamtumsatz im B2B
Sektor soll (laut Merrill Lynch) weltweit auf ca. 2,5 Billionen Dollar
im Jahre 2003 ansteigen; die Gartner Group rechnet sogar mit einem Volumen
von 7 Billionen Dollar im Jahre 2004!
Hier wird C1 einen Teil
des Kuchens abbekommen. Alleine die Kooperation mit General Motors verschafft
C1 einen Umsatz von 87 Milliarden Dollar im nächsten Jahr; die gesamte
Plattform inkl. DaimlerChrysler, Ford & Co. soll nach Schätzungen
mind. 250 Milliarden Dollar an Jahres-Umsatz auf die Plattform bringen.
Der erst kürzlich abgeschlossene Deal mit 21 amerikanischen Versorgern
wird rund 65 Milliarden Dollar Jahres-Umsatz zusteuern. Wir erwarten somit
durch die Vielzahl der geschlossenen Kooperationen einen Gesamt-Umsatz
von mehreren hundert Milliarden Dollar im nächsten Jahr auf den verschiedenen
Plattformen von C1. Da C1 jeweils durch Lizensierung und/oder durch prozentuale
Beteiligungen direkt am Umsatz beteiligt ist, dürfte der Gewinn bei
C1 in den nächsten Jahren stark ansteigen.
Auch viele Analysten sind
der Meinung, daß man langfristig an C1 nicht vorbei kommt. So sieht
z.B. Goldman Sachs C1 als "führenden Anbieter von B2B Software und
Service" an. Auch die ABN Amro sieht C1 an der "Spitze des B2B Wachstums".
Andrew Lockhart (Dresdner Kleinwort Benson) meint, daß "bis Jahresende
sicherlich 20-30% Kurssteigerung möglich seien". Andre Köttner
(Union Investment) sieht C1 als "Schnäppchen" an und empfiehlt den
Kauf. Dem schließen sich alleine in den USA derzeit 15 Analystenhäuser
an; fünf weitere Häuser urteilen sogar STRONG BUY!
Zu
beachten ist, daß es sich hier um nahmhafte Häuser wie Credit
Suisse First Boston, Donaldson Lufkin and Jenrette, J.P. Morgan, Lehman
Brothers, Prudential Securities und Salomon Smith Barney handelt. Die Kursziele
liegen zwischen 65$ (UBS) und 185$ (DLJ) auf Jahressicht.
Aber auch die Gurus der
Internet-Branche äußern sich positiv zu C1. So sieht Mary
Meeker (Morgan Stanley) die "Nachfrage nach B2B-Plattformen weiter
stark ansteigen werde. So werde dieses Segment deutlich größer
sein als der Business-to-Consumer-Markt. Die grundlegenden Strukturen dürften
zudem schneller gelegt werden als im B2C-Bereich. Mit den Handelsplattformen
ergäbe sich eine erhöhte Handelstransparenz und eine kinderleichte
Kauf/Verkauf-Abwicklung. Interessante Werte, in die man investieren könne,
seien z.B. C1." (Aktiencheck, 10.4.2000). Der beliebte Internet-Analyst
Steve
Harmon setzt ebenfalls auf C1. Seiner Ansicht nach "handeln die meisten
dieser Firmen vor allem mit Erwartungen. Was die Geschäftsmodelle
angeht, bevorzuge ich (Steve Harmon) das von C1. Es könnte aber noch
einige Zeit dauern, bis der Bereich B2B wirklich ausgereift ist." (Stockworld,
24.5.2000).
Auch Staranalyst Henry
Blodget (Merrill Lynch) sieht C1 als "interessanten Titel" an. Er sieht
"Anbieter, die digitale Marktplätze und die passende Software dazu
anbieten, gut abschneiden." Er meint weiterhin, "wer das hohe Risiko versteht
und nur einen geringen Anteil in B2B Aktien investiert, der kann tolle
Gewinne machen." (Die Telebörse, 9/2000).
Letztlich ist auch die Wirtschaftspresse
positiv zu C1 gestimmt. Die Zeitschrift Finanzen sieht C1 als eine der
"20 besten Internet-Companies" (6/2000), der Redakteur Otmar Weber von
BörseOnline meint, "daß C1 als Langfristanlage in jedes Hochtechnologiedepot
gehört" (12/2000), und die Zeitschrift DM sieht weiteres Kurspotential
für C1 (4/2000).
Fazit:
Ein sehr aussichtsreiches
und riskantes Investment.
Schon anhand des Charts
ist zu erkennen, daß man in den letzten Monaten mit Commerce One
(C1) sowohl viel Geld verdienen, als auch viel Geld verlieren konnte. Dies
wird sich auch in den kommenden Monaten kaum ändern.
Wir erwarten aber, daß
sich langfristig der B2B Sektor wieder deutlich erholen wird. Davon
sollte C1 als gut positionierter Marktführer überproportional
profitieren. Schon in der Vergangenheit hat CEO Mark Hoffman gezeigt, daß
er es versteht, große Kunden für seine Plattformen zu gewinnen.
Deshalb rechnen wir damit, daß er sich auch in Zukunft gegen die
Konkurrenten Ariba & Co. gut durchzusetzen weiß.
Allerdings sollte man für
ein Investment in C1 einen langen Atem haben, da C1 kurzfristig
sehr volatil (schwankend) bleiben wird. Wir empfehlen deshalb nur langfristig
(mind. 1 Jahr!) orientierten Anlegern, sich schon erste Positionen
bei C1 aufzubauen. Diese werden dann aber mit überdurchschnittlichen
Kurssteigerungen belohnt!
Chart mit freundlicher Genehmigung der comdirect bank AG und teledata GmbH.
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