Aktie der Woche

OTI
(924895)
Mikroprozessor- Entwicklung

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Zur Charttechnik:
Eine von vielen Aktien, deren Wert erst einige Monate nach dem Börsengang entdeckt wurde. Leider kann man deutlich sehen, daß auch bei OTI eine Kursübertreibung einsetzte, die aber den damals investierten Anlegern innerhalb kürzester Zeit eine Rendite von bis zu 400% einbrachte.
Chancen: Sollte die schwache Unterstützung bei ca. 14 Euro halten, besteht die Chance auf kurz- bis mittelfristig steigende Kurse. Allerdings sollte auch die ehemalige Unterstützung bei ca. 15,40 Euro überschritten werden, um die positiven Aussichten zu untermauern. Hier verlaufen aktuell auch der Abwärtstrend und der 200 Tage Durchschnitt, wobei sich durch ein Überschreiten der erwähnten Marke noch ein zusätzliches Kaufsignal ergeben würde. Als nächste zu überwindenden Hürden sind der 38 Tage Durchschnitt (aktuell ca. 17 Euro) und der Widerstand bei ca. 22 Euro zu nennen. Dannach wäre der Weg zum Allzeithoch (34,80 Euro) frei.
Falls die Unterstützung bei ca. 14 Euro hält, rechnen wir (Trendstocks Team) mittelfristig mit Kursen bis zu 22 Euro.
Risiken: Da vor einigen Wochen der Aufwärtstrend (grün eingezeichnet) nach unten durchbrochen wurde, die schwache Unterstützung bei ca. 14 Euro schon kurzfristig unterschritten wurde und ähnliche Aufwärtstrends im Momentum und MACD Verlauf zerstört worden sind, ist die derzeitige Lage zumindest angespannt. Falls ein weiterer Kursrückgang eintritt, kann als nächste schwache Unterstützung der Bereich um 11,60 Euro genannt werden. Dannach sollte erst bei ca. 8 Euro die nächste erwähnenswerte Unterstützung folgen! Das Momentum kann ebenfalls bis ca. -14 fallen, da oberhalb dieser Marke kaum starke Unterstützungen liegen. Der MACD sollte sich jedoch auf dem aktuellen Niveau stabilisieren, da sonst durch neue Tiefstkurse ein weiteres Verkaufssignal generiert würde.
Da wichtige Unterstützungen und Aufwärtstrends gerade erst durchbrochen wurden und erwähnenswerte Unterstützungen deutlich unterhalb der aktuellen Kurse liegen, sollte mit weiter fallenden Kursen gerechnet werden. Wenn keine wesentlichen positiven Impulse von fundamentaler Seite auftreten, rechnen wir kurz- bis mittelfristig mit einem Kursrückgang auf bis zu 8 Euro.

Zum Unternehmen:
OTI (On Track Innovations) wurde 1990 in Israel gegründet und ist weltweit führend in der Entwicklung von kontaktlosen Mikroprozessorkarten (sog. Smartcards).
Die OTI Technologie zeichnet sich durch die Kommunikation der Komponenten untereinander mit Hilfe von Antennen aus. Wo bisher noch der direkte Kontakt zwischen Karte und Leser nötig war, schafft OTI ein Spektrum an neuen Verarbeitungsmöglichkeiten. So können in Zukunft die kontaktlosen Chips z.B. auch in Uhren, Schlüsselanhänger oder Kleidung eingearbeitet werden. Dies ermöglicht nicht zuletzt durch die vielfachen Programmier- und Speichermöglichkeiten des Chips schier unendlich viele Einsatzmöglichkeiten. Gerade auf den Einsatz als universellen elektonischen "Ausweis" sollte verstärkt geachtet werden. Mit Hilfe einer Karte könnte es in Zukunft u.a. möglich sein, am Bankautomaten Geld abzuheben, im Supermarkt und an der Tankstelle bargeldlos zu bezahlen, beim Arzt den Versicherungsnachweis zu erbringen, und nicht zuletzt Zugang zu gesicherten Räumen zu erlangen (Firmen, Internet,...). Die Zukunft ist auch teilweise schon Gegenwart: Seit rund 7 Jahren ist das Bezahlen an Tankstellen in Israel mit OTI Produkten erfolgreich möglich.
Das schon heute Geschäfte mit dieser Zukunftstechnologie zu machen sind, zeigen nicht zuletzt die Geschäftszahlen. So konnte man für das erste Quartal 2000 einen Umsatz von immerhin 2,3 Millionen Dollar verbuchen (Vorjahresquartal: 0,598 Mio. Dollar). Für das gesamte Jahr 2000 erwartet OTI sogar einen Umsatz von 15,7 Millionen Dollar (Umsatz 1999: 5,4 Mio. Dollar); die aktuelle Marktkapitalisierung beträgt rund 180 Millionen Dollar! Durch große Forschungs- und Entwicklungsausgaben, alleine 0,993 Millionen Dollar im ersten Quartal 2000, ist es verständlich, daß das Unternehmen noch Verluste schreibt. Für das erste Quartal 2000 musste man so 1,5 Millionen Dollar (Vorjahresquartal: 1,1 Mio. Dollar) verbuchen. Allerdings hat sich OTI auch hier hohe Ziele gesetzt. So will man noch im laufenden Jahr 2000 die Gewinnschwelle erreichen (Verlust 1999: 2,2 Mio. Dollar). Wenn die Gewinn- Erwartungen von ca. 5 cents/ Aktie für 2000 eintreffen, ergibt sich ein 2000er KGV von ca. 262. Ebenfalls angenommen, daß die Analysenschätzungen von ca. 1 Dollar/ Aktie für 2001 eintreffen, so ergibt sich ein 2001er KGV von ca. 12!
Da Experten von einem Branchenwachstum von 50- 100% pro Jahr ausgehen, scheinen die Ziele von OTI durchaus erreichbar. Das die OTI Technologie schon heute anerkannt ist, zeigt nicht zuletzt der renommierte ESCAT Award, den OTI 1997 und 1998 für die "Besten innovativen Leistungen bei der Entwicklung von Chipkarten" erhalten hat.
Um auch in Zukunft erfolgreich die Marktstellung verteidigen und ausbauen zu können, ist man am 31. August 1999 an die Börse (u.a. Neuer Markt) gegangen. Das durch den Börsengang erzielte Kapital wurde auch in Übernahmen investiert. So soll die erworbene Mehrheit an der Intercard GmbH die Marktstellung in Europa stärken; Intercard entwickelt verschiedene Kartentechnologien und -Anwendungen. Aber auch strategische Kooperationen sind für CEO Oded Bashan wichtig. Mit Hilfe von SmartNexus will man so die Verbreitung der Smartcard Technologie in den USA unter Verwendung der OTI Produkte forcieren. Durch Kooperationen mit Global Playern wie Samsung, Hewlett Packard oder Cheung Kong hat OTI für den Vertrieb und die Vermarktung der Produkte starke Partner gefunden. Nicht zuletzt durch den kontinuierlichen Ausbau der bestehenden Zweigstellen in Europa, Asien, USA und Afrika will OTI die weltweite Führung in der Smartcard Entwicklung behaupten und ausbauen.
Ein weiteres Großprojekt steht schon an: Mitte 2000 gab OTI bekannt, daß man zu den Gewinnern einer Ausschreibung der US Bundesvermögensverwaltung (GSA) gehöre. Hier wurden verschiedene Firmen beauftragt, die bestehenden Smartcard Technologien miteinander zu kombinieren, um die Sicherheit in den Gebäuden der US Bundesbehörden weltweit zu verbessern. In diesem Zusammenhang sollen auch mehrere Millionen Bundes- Bedienstete mit Smartcards ausgestattet werden. Die beauftragten Unternehmen werden sich nach einem erfolgreichen Abschluß über insgesamt 1,5 Milliarden Dollar freuen können...!

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Analystenurteile:
Leider gibt es derzeit noch kaum unabhängige Analysteneinschätzungen zu OTI. So urteilt beispielsweise M.M.Warburg (ehemaliges Mitglied im Emissions- Konsortium) verständlicherweise, daß OTI weiterhin "günstig bewertet" sei. Nach den Analysten sei die aktuelle Kursschwäche auf kurzfristige Ängste der Anleger vor Aktienverkäufen im Hinblick auf eventuell schlechte Quartalszahlen und Altaktionärsverkäufe zurückzuführen. Das Kursziel bleibe somit bei 50 Euro (23.8.00). Ähnlich urteilen auch u.a. die Analysten der Schmidt Bank (ebenfalls ehemaliges Konsortialmitglied).
Demgegenüber stehen nur einige Börsenzeitschriften mit ihren Einschätzungen. Während so in den letzten Monaten beispielsweise Focus Money, Wirtschaftswoche und Der Aktionär zum Spekulativen Kauf rieten, urteilte z.B. Die Telebörse Abwarten.

Fazit:
Abwarten.
Die aktuelle Woche wird auf verschiedene Weise Aufschluß über die kurz- bis mittelfristige Kursentwicklung geben. Als wichtigstes Event sind die aktuellen Quartalszahlen zu nennen, die zeigen werden, ob OTI auch weiterhin zumindest ihr starkes Umsatzwachstum halten können.
Nicht zu unterschätzen sind aber auch die auslaufenden Lock Up- und Steuerfristen. Ab 1. September können auch die Altaktionäre ihre Aktien verkaufen, da dann die Sperrfrist für den Aktienverkauf (Lock Up Frist) ausgelaufen ist. Da anzunehmen ist, daß die Altaktionäre sich zu wesentlich günstigeren Kursen als dem Emissionskurs (8,50 Euro) an OTI beteiligt haben, ist der aktuelle Gewinn entsprechend höher. Auch die Privataktionäre, die bei der Emission vor einem Jahr zum Zuge kamen, können ab der kommenden Woche ihre noch ansehnlichen Gewinne steuerfrei realisieren. In Verbindung mit den Altaktionären dürfte somit das Risiko von einem verstärkten Aktienangebot groß sein. Zudem wird aktuell spekuliert, daß auch das beteiligte Venture Capital Unternehmen ASTRA an einem Teilverkauf ihrer OTI- Anteile denkt.
Insgesamt würden wir (Trendstocks Team) deshalb empfehlen, ein eventuelles Investment in OTI noch mindestens eine Woche abzuwarten. Da auch von charttechnischer Seite aktuell keine Kaufsignale ersichtlich sind, drängt sich derzeit auch von dieser Seite kein Kauf auf. Sollten in dieser Woche die Quartalszahlen überdurchschnittlich gut ausfallen, sich der Verkaufsdruck in Grenzen halten und eine charttechnisch bessere Entwicklung einstellen, kann man über einen Kauf nachdenken. Denn wenn OTI sich auch weiterhin als führendes Technologieunternehmen behaupten kann, sollte einer langfristig aussichtsreichen Entwicklung nichts mehr im Wege stehen.
 

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