Aktie der Woche vom 16.04.00
Softbank
(WKN 891624)
Trendbranche: Internet- Venture Capital
Zur Charttechnik:
Es ist nicht zu leugnen,
Softbank hat eine scharfe Korrektur hinter sich!
Einige Unterstützungen,
viele (steile) Aufwärtstrends sind rasch durchbrochen worden. Nun
ist die Aktie bei dem wichtigen 200 Tage Durchschnitt angelangt. Etwas
unterhalb verläuft der letzte Aufwärtstrend. Sollte Softbank
hier auch ohne weiteres signifikant nach unten durchgehen, sind aus charttechnischer
Sicht Kurse von ca. 300-400 Euro (rote Markierung) rasch erreichbar.
Negativ zu werten ist auch,
daß der kurzfristige 38 Tage Durchschnitt gedreht hat, und somit
eine negative Tendenz vorgibt. Bestätigt wurde dieser Durchschnitt,
als die Aktie vor einigen Wochen bei einem Durchbruchversuch an ihm scheiterte.
Auch die Umsätze lassen
den Schluß zu, daß sich derzeit einige Investoren von Beständen
trennen. Dies ist durch hohe Umsätze bei fallenden Kursen in der letzten
Zeit zu erkennen. Allerdings kann dies auch positiv gewertet werden, da
eine Bereinigung der Investorenklientel vollzogen wird: Die Aktien wandern
von den "zittrigen" in die "starken" Hände (=Zocker verkaufen, langfristige,
überzeugte Investoren kaufen).
Der MACD liefert auch noch
keine Entwarnung. Hier befinden wir uns aber inzwischen auf sehr niedrigem
Niveau, was auf eine überverkaufte Situation hindeutet. Außerdem
ist zu erkennen, daß es nur einige steigende Tage bedarf, um ein
Kaufsignal zu generieren. Eine abflachende Abwärtsbewegung deutet
außerdem auf ein bevorstehendes Ende des Abwärtstrends hin.
Das Momentum bietet ebenfalls
keinen Grund zur Hoffnung. Wie beim MACD kann man aber auf eine überverkaufte
Situation schließen. Auch hier deutet sich eine Beruhigung an. Dies
bedeutet aber nicht, daß es kurzfristig nicht noch weiter fallende
Kurse geben kann!
Aus charttechnischer
Sicht gibt es demnach noch keinen Grund, Käufe zu tätigen!
Da wir aber langfristig
orientiert analysieren, empfehlen wir, weitere Positionen in Softbank schon
jetzt aufzubauen. Erste Positionen empfahlen wir am 27.03.2000 (siehe Archiv).
Auch wenn wir im schlimmsten Fall Kurse von ca. 300-400 Euro sehen können,
sehen wir dies als langfristig gute Kaufgelegenheiten an!
Kaufen Sie Qualität,
"wenn die Kanonen donnern" (Börsenweisheit)!
Aktuelles Vorwort zum
Splitt und Aktieneinbuchung:
Softbank führt einen
Aktiensplitt
im Verhältnis 3:1 am 25. April 2000 durch.
Dies bedeutet, daß
man ab dem 25. April 3 mal soviele Aktien in seinem Depot hat, wie vorher.
Allerdings wird auch der Kurs nur noch 1/3 des vorherigen Kurses wert sein.
Somit ändert sich unterm Strich für den Anleger NICHTS!
WICHTIG:
In Deutschland ist
es üblich, die oben erwähnten zusätzlichen Aktien teilweise
noch am Splitttag in den Depots gutzuschreiben. Manchmal kann es aber auch
hier zwei bis drei Wochen dauern, bis die neuen Aktien im Depot gebucht
sind. Natürlich kann man die neuen Aktien auch erst handeln, wenn
man sie hat!
In Japan hingegen
sind Splitts an sich schon unüblich (siehe z.B. NTT DoCoMo, aktueller
Kurs ca. 35.000 Euro, pro Aktie!). Wenn aber doch mal gesplittet wird ist
es üblich, daß bis zur Einbuchung der neuen Aktien durchaus
zwei Monate vergehen können!
Bei Softbank ist der Einbuchungstermin
der 23. Juni 2000!
Somit besteht im Zeitraum
25. April bis 23. Juni 2000 eine "temporäre Enteignung". Da in Deutschland
dieser Zeitraum bei anderen Splitts geringer ist, wird er meist nicht wahrgenommen.
Fazit:
Ungewohnt ist einzig und
allein der lange Zeitraum für uns in Deutschland! Man sollte nicht
vergessen, daß Softbank ein japanisches Unternehmen ist, und somit
auch nach japanischen Geschäftspraktiken verfährt. In Deutschland
und USA gibt es nur ein Zweitlisting!
In dieser sowieso schon
recht turbulenten Zeit führte dies zu zusätzlicher Unsicherheit.
Auch ist zur Zeit kaum ein Anleger bereit, eine Internet-Aktie über
einen "so langen" Zeitraum verbindlich zu halten. Somit führte
und führt dies kurzfristig zu zusätzlichem Abgabedruck!
Langfristig halten wir diesen
Splitt für sinnvoll, da er u.a. den an niedrige Kurse gewöhnten
Anlegern aus USA und Deutschland ein Investment ermöglicht. Was passiert,
wenn man nicht splittet, sieht man an o.g. NTT DoCoMo. Diese Aktie kann
sich kaum ein Privatanleger mehr leisten.
Auch deshalb halten wir
an unserer LANGFRISTIGEN (mind.1 Jahr!) Einschätzung
zu Softbank fest!
(Bestätigung der
Splittdaten/ Einbuchungsmodalitäten durch Commerzbank-Zentrale Frankfurt/Main,
Abteilung Kapitalveränderungen-Ausland)
Kommentar:
Gerüchte, Aufregung,
schlechte Geschäftszahlen, Angst, verunsicherte Manager, Zocker und
nervöse Fondsmanager!
Dies sind kurzgefasst die
Gründe für den derzeitigen Ausverkauf bei Softbank.
Wir geben offen zu, daß
auch wir nicht mehr mit so niedrigen Kursen gerechnet haben. Auch einen
so starken Kursverfall in so kurzer Zeit haben wir nicht erwartet. Trotzdem
bleiben wir bei unserer grundsätzlichen Einschätzung vom 27.03.2000
(siehe Archiv):
Langfristig ist Softbank
nach wie vor ein interessantes und lukratives Investment!
Warum?
Die Rahmenbedingungen haben
sich seit Monaten nicht verändert.
Zum einen wird Mitte des
Jahres der HighTech Markt Nasdaq Japan ins Leben gerufen. Hier sitzt Softbank
zusammen mit der Nasdaq USA im Gründungsteam. Läuft das Geschäft
an der japanischen Nasdaq in Zukunft gut, wird Softbank davon profitieren.
Wir erwarten eine ähnliche Entwicklung wie beim Neuen Markt und der
Nasdaq USA! Außerdem befinden sich eine ganze Reihe interessanter
Beteiligungen im Depot von Softbank. Diese werden im Laufe der Zeit an
die Nasdaq Japan gebracht. Auch hier profitiert Softbank.
Softbank hält weltweit
insgesamt rund 300 Beteiligungen an Unternehmen der HighTech Branche. Die
dadurch erhöhte Anfälligkeit auf Schwankungen der Branche wird
durch die zukünftige Wertsteigerung der Beteiligungen mehr als wettgemacht.
Einige der bekanntesten Beteiligungen sind z.B. Cisco Japan, Critical Path,
E Trade/ E Trade Japan, Geocities Japan, Healtheon, Nasdaq Europe/ Nasdaq
Japan, Novell Japan, Net2Phone, OnSale Japan, TheStreet.com, Toysrus.com,
Trend Micro, US Web, Verisign/ Verisign Japan, VerticalNet Japan, Yahoo/
Yahoo Japan/ Yahoo Korea, ZD Net Japan, u.a.! Dies sind nur einige Beispiele,
an welche Unternehmen Softbank Beteiligungen hält. Es soll verdeutlichen,
daß Softbank über ein qualitativ hochwertiges Portfolio verfügt.
Außerdem verfügt Softbank noch über eine ganze Reihe unkekannter,
noch nicht börsennotierter Unternehmen, die einen nicht schätzbaren
Wert haben dürften.
Zum anderen wird Softbank
durch die Übernahme der Nippon Credit Bank die Finanzierung und den
Börsengang ihrer Beteiligungen in Zukunft einfacher und günstiger
abwickeln können. Hier hat Softbank einen großen Vorteil gegenüber
Konkurrenten.
Hinzu kommen viele Kooperationen
und Geschäftsabschlüsse gerade in letzter Zeit, die sich in Zukunft
stark bemerkbar machen dürften. So will Softbank zusammen mit Global
Crossing Amerika und Asien mit einem 17000 km langen Glasfaserkabel verbinden.
Die sog. "letzte Meile" wird durch das im Aufbau befindliche Hochgeschwindigkeits-Datennetz
auf dem Festland überbrückt; dieses Netz wird in Kooperation
mit Tokyo Electric Power Comp., dem größten japanischen Energiekonzern,
aufgebaut.
Anhand dieser wenigen Ausführungen
ist zu erkennen, daß Softbank CEO (Chef) Masayoshi Son seinem erklärten
Ziel immer näher kommt:
Ein weltweites Firmenkonglomerat
aufzubauen, die Firmen zu vernetzen und unter Kontrolle zu bringen.
Allerdings muß man
auch erwähnen, daß Softbank gerade in letzter Zeit mit höheren
Verlusten und geringeren Umsätzen aufwartete, was viele Investoren
und Analysten verunsicherte.
Wir sehen dies als normale
Entwicklung an. Zur Zeit ist es für Unternehmen der HighTech Branche
enorm wichtig, die "Claims" abzustecken, Marktanteile zu sichern. Erst
recht im besonders umkämpften asiatischen Markt muß es geschafft
werden, ganz vorne dabei zu sein. Hierzu wird aber viel Geld benötigt.
Der Kauf von Beteiligungen, der Abschluß von Kooperationen, die Übernahme
von Firmen, usw.: Alles kostet Geld. Da Softbank dies in Beteiligungen
angelegt hat, sind Teilverkäufe zur Reeinvestition nur normal.
Deshalb ist es für
uns nicht verwunderlich, daß Softbank gerade vor dem wichtigen Start
der Nasdaq Japan nochmal einiges an Abschlüssen und Investitionen
getätigt hat, um dann stark profitieren zu können. Dies verursacht
natürlich steigende Verluste. Nicht zu vergessen ist der stark angezogene
Yen, der für steigende Verluste im Auslandsgeschäft von Softbank
mitverantwortlich ist. Da viele Umsätze der gerade erst abgeschlossenen
Geschäfte erst in nächster Zeit anfallen, kann sich dies derzeit
noch nicht bemerkbar machen.
Warum sehen dies die Analysten
anders?
Viele Analysten und Fondsmanager
sind derzeit verunsichert. Gerade bei solch großen Verlusten bei
HighTech Unternehmen weltweit fällt es schwer, positive Meinungen
zu verbreiten. Da bleiben viele Analysten lieber auf der sicheren Mehrheits-Seite.
Sollte diese falsch liegen, kann man wenigstens keinen Einzelnen dafür
verantwortlich machen. Außerdem weiß niemand, wo der Boden
erreicht ist. Deshalb gehen einige Fondsmanager und Analysten lieber auf
Nummer sicher, und warten eine eindeutige charttechnische Wende ab.
Man darf sogar vermuten,
daß einigen Fondsmanagern solch tiefe Kurse recht sein dürften.
So können sie sich selbst günstig eindecken, und später
von ihrer eigenen Empfehlung und steigenden Kursen profitieren.
Allerdings gibt es auch
Ausnahmen. So bekräftigte das renommierte Haus Lehman Brothers
in den Abschwung hinein sein Kursziel von 400.000 Yen (ca. 3800 Euro)
auf 12 Monatssicht. Auch Salomon Smith Barney bleibt positiv
gegenüber Softbank eingestellt. Der erfolgreiche Fonds-Manager
Masato Kawada (Invesco), der 1999 mit drei Fonds jeweils mehr als 500%
erzielte, denkt nicht an einen Verkauf von Softbank: "In fünf
Jahren wird die Aktie wesentlich höher notieren als heute!" (DM, 2/2000)
Letztlich äußerte
sich auch der bekannte US Internet Spezialist Steve Harmon positiv
gegenüber Softbank: "Mein Favorit auf dem japanischen Markt
ist auf jeden Fall Softbank, auch wenn die Aktie in letzter Zeit
stark eingebrochen ist. Gegenwärtig ist die größte Herausforderung
für die Beteiligungsgesellschaft, ein gutes Management aufzubauen,
das in der Lage ist, die Visionen von Masayoshi Son zu realisieren. Vor
dieser Herausforderung steht zwar jede Internetfirma, bei Softbank ist
sie jedoch noch um einiges größer, weil die Firma an so vielen
unterschiedlichen Projekten beteiligt ist." (Stockworld.de, 12.04.2000)
Fazit:
Softbank ist und bleibt
ein riskantes Investment!
Auch der hoch bewertete
Yen kann durch eine eventuelle Korrektur den Euro Kurs von Softbank stark
beeinflussen.
Deshalb raten wir, Softbank
nur
als Beimischung zu einem diversifizierten Depot aufzunehmen.
Wir erwarten, daß
Softbank langfristig (1+x Jahre) ein Outperformer sein wird. Als
Gründe führen wir o.g. Argumente, und unsere
Analyse vom 27.03.2000 (siehe Archiv) an. Deshalb bleiben wir unserer
Einschätzung von damals treu!
Auch damals haben wir neben
dem hohen Risiko auch auf eventuell weiter fallende Kurse hingewiesen.
Kurzfristig hat sich charttechnisch (s.o.) das Bild nun verschlechtert.
Dies ändert aber nichts an unseren langfristigen Perspektiven.
Wir weisen ausdrücklich
darauf hin, daß unsere Empfehlungen ALLE AUSNAHMSLOS langfristig
orientiert sind. Kurzfristige Analysen können und wollen wir nicht
durchführen, da diese seriös schwer zu begründen sind.
Deshalb empfehlen wir,
weitere Positionen von Softbank in die Schwäche hinein aufzubauen.
Zur Zeit ist "Schlußverkauf" bei Softbank. Dort werden die Preise
gegen Ende auch nochmal überraschend gesenkt. Ärgern sie sich
dann über günstige Preise für Qualitätsartikel?!
Altmeister Andre Kostolany
würde sagen: "Kaufe eine Aktie nicht mal für eine Sekunde, die
Du nicht über 10 Jahre halten würdest: Kaufe Qualität! Nehme
dann Schlaftabletten, und freue Dich über beträchtliche Gewinne
in einige Jahren".
Dieser Meinung schließen
wir uns (in Hochachtung) an!
Chart mit freundlicher Genehmigung der comdirect bank AG und teledata GmbH.
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