Aktie der Woche vom 13.03.00
 

UPS (United Parcel Service)
(WKN 929198)

Trendbranche: Warentransport/ Logistik

Zur Charttechnik:
Die seit November 1999 börsennotierte UPS befindet sich aktuell in einer Phase der Bodenfindung. Nachdem sie in den ersten Handelstagen bis auf 77$ getrieben wurde, trat schnell die bei Neuemissionen übliche Ernüchterung ein. Nach einer zweimonatigen Konsolidierung brach sie die Unterstützung bei 65$ und rutschte bis auf 49$ ab.
Anhand des Charts ist nun zu erkennen, daß ein kurzfristiger und steiler Abwärtstrend gebrochen wurde. Obwohl dieser nicht wieder unterschritten wurde, testete man diesen noch einige Male bei weiter nachgebenden Kursen.
Trotzdem ist zu erkennen, daß bis jetzt die Erstnotierung von UPS bei ca. 51$ nicht nachhaltig unterschritten wurde.
Positiv ist das Momentum zu werten. Dieser Frühindikator zeigt mit seinem Ausbruch aus dem Abwärtstrend an, daß sich die Aussichten für steigende Kurse verbessert haben.
Auch der MACD liefert ein Kaufsignal. Nach dem starken Kursrutsch hat der MACD konsolidiert und in den letzten Tagen auf sehr niedrigem Niveau steigende Absichten aufgezeigt.
Langfristig ist zwar noch keine Trendwende zu erkennen, doch ist anhand der genannten Indikatoren und der überverkauften Situation kurzfristig mit ansteigenden Kursen zu rechnen. Als wichtige Widerstände sind in jedem Fall der 38Tage-Durchschnitt bei ca. 58$ und die Konsolidierungswiderstände bei 65 und 70$ zu nennen. Diese werden den Anstieg vorübergehend bremsen. Werden diese mittelfristig genommen, sind Kurse oberhalb von 77$ wahrscheinlich.

Zum Unternehmen:
Alle reden über E-Commerce, Business to Business, Mobile Kommunikation. Jeder soll in Zukunft von überall im Internet Geschäfte aller Art machen können. Aber was sind die Folgen? Wer sind die Profiteure?
Betrachten wir den Handel über das Internet so ist festzustellen, daß ein Trend hin zum Direkthandel zu erkennen ist. Dies bedeutet, daß jeder Kunde in Zukunft direkt bei dem Hersteller über Handelsplattformen seine Ware beziehen kann. Die heute noch gängige Praxis über Distributoren (Zwischenhändler) wird tendenziell zurückgehen. Dies ist heute schon in Ansätzen beim Buchkauf über Amazon.com, oder beim Aufbau einer Internet-Handelsplattform der Autokonzerne GM, Ford & Co. mit Commerce One/ Oracle zu sehen.
Wird sich dieser Trend verstärken, werden die Zwischenhändler vor Ort (Läden, Geschäfte) dies zuerst spüren. Nicht nur, daß die Waren im Internet günstiger angeboten werden können (->Einsparung der Zwischenhändlerkosten), meist ist auch eine Zulieferung direkt zum Kunden im Service inbegriffen.
Und hier kommt nun UPS ins Spiel.
Als weltgrößtes Paket-Transportunternehmen mit mehr als 12 Mio. Sendungen pro Tag profitiert man sozusagen an erster Stelle von diesem Trend. Nach Schätzungen von Forrester Research wird sich der weltweite E-Commerce Umsatz innerhalb der kommenden 4 Jahre auf 1439 Milliarde US-Dollar mehr als verzehnfachen. Davon dürfte die gesamte Transportbranche profitieren. Schon jetzt schmiedet UPS eigene Pläne, im Internethandel mit verschiedenen Partnern zusammen den erwarteten Andrang ideal nutzen zu können. Auch Übernahmen von anderen Transport- und Logistikunternehmen schließt man nicht aus. Obwohl auch Konkurrenten wie TNT, FDX oder Deutsche Post ihren Teil des Kuchens abbekommen werden, trauen Branchenkenner UPS im Bereich des E-Commerce ein deutlich stärkeres Wachstum zu; u.a. Merrill Lynch empfiehlt, UPS Anteile schon jetzt aufzustocken.
Nicht nur das Weltwirtschaftswachstum und das beschleunigte Wachstum des Internet werden für wachsende Umsätze bei UPS sorgen. Auch eine mögliche Entspannung der Rohölpreise wird zu fallenden Kosten, und somit steigenden Gewinnen bei UPS führen.
Bestätigt sich in Zukunft dieser Trend, wird UPS eines der weltweit führenden Transport- und Logistikunternehmen werden. Da ist es UPS egal, welcher Händler und welche Handelsplattformen sich durchsetzen werden. Ausgeliefert und zugestellt muß die Ware in jedem Fall werden!

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Fazit:
Wer will nicht in Zukunft alle Einkäufe von zuhause aus tätigen, wenn draußen schlechtes Wetter und volle Geschäfte warten? Welches Unternehmen möchte nicht billiger direkt bei dem Hersteller Waren beziehen, als z.B. im Großhandel selbst einzukaufen?
Diese und viele weitere Fragen würden sehr wahrscheinlich nur eine Antwort kennen: Jeder!
Denn geht es um Bequemlichkeit und Preis, wird jeder schwach. Ob es nun der Privatkunde ist, der innerhalb von 24/48 Stunden seine Ware günstig an die Haustür geliefert bekommt, oder die Unternehmen, die schnell und preiswert Güter beziehen können.
Somit wird ein enormes Umsatz- und Gewinnpotential auf die Transportunternehmen zukommen, daß heute langfristig noch gar nicht abzuschätzen ist. Trotzdem werden die Unternehmen, die heute schon gut positioniert sind, bestimmt zu den Profiteuren zählen. Auch wenn derzeit charttechnisch noch keine langfristigen Kaufsignale zu sehen sind, so sollte man sich schon jetzt positionieren. Den wenn erst einmal die Masse der Anleger einen Trend bemerkt, kann es sehr schnell gehen (siehe B2C, B2B, WAP,...)!
 

Chart mit freundlicher Genehmigung der comdirect bank AG und teledata GmbH.

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