Beiträge vom Januar, 2008

Es ist soweit!

Montag, 21. Januar 2008 16:27

Hallo Welt,

heute hat es sogar die meistverkaufte Zeitung Europas gemerkt: “Börsenbeben – Dax im Sturzflug”. Für einen rund 5 prozentigen Kursrückgang vielleicht ein wenig drastisch formuliert, aber das Wesentliche hieran ist, dass nun auch die Masse der Anleger beginnt zu verkaufen. Das Ende der Korrektur rückt näher!

Was nun tun?

Um das Fazit vorweg zu nehmen: Bleiben Sie ruhig. Wer schon im Juli seine Bestände entsprechend der Trendstocks-Empfehlung nahe der Höchstkurse abgesichert hat, der ist schon gar nicht mehr investiert. Somit trifft sie der Kursrutsch überhaupt nicht mehr. Zudem können sie sich täglich über günstigere Einstiegskurse freuen.

Wann einsteigen?

Können Sie sich zum Jahresende 2007 noch an die Prognosen der vielen Großbanken und Experten erinnern: Da wurde von Jahresendrallye gesprochen und Dax-Stände von 9.000 oder 10.000 Punkten für 2008 vorhergesagt. Und jetzt? Nun stehen wir schon unter 7.000 Punkte. Um es auch hier vorweg zu nehmen: Für einen Einstieg ist es noch zu früh!

Der Domino-Effekt

Wie schon in den letzten Trendstocks-Beiträgen berichtet, ist die Subprime-Krise wirklich als solche zu bezeichnen. Denn mit hier stetig steigendem Zinsniveau nehmen auch die Kredit-Ausfälle weiter zu. Zudem gerät die überwiegend vom Konsum abhängige US-Konjunktur ins Straucheln, da finanziell angespannte Eigenheimbesitzer kaum zu größeren Konsumausgaben bereit sind. Im Gegenteil: Gerade beim Konsum wird versucht zu sparen. So trifft die Hypothekenkrise auch direkt die Gesamtwirtschaft. Außerdem werden Konsumentenkredite jedweder Art schlechter bedient, sodass auch auch die gesamte Kreditwirtschaft von der Subprime-Krise betroffen ist.

Dies soll verdeutlichen, dass die Subprime-Krise nicht ein kurzfristiges kleines Problem ist, sondern vielmehr eine immer größer werdende und viele Bereiche betreffendes Wirtschaftsproblematik darstellt.

Warum ist das Problem so schwer lösbar?

Am Beispiel der IKB (Trendstocks berichtete) ist das gut darstellbar:

1. Eine Schieflage wird erst vom Betroffenen versucht zu vertuschen und kommt erst meist mit erheblichem Zeitverzug in vollem Umfang ans Licht. Somit lässt sich oft erst eingreifen, wenn das “Kind schon in den Brunnen gefallen ist” bzw. wenn der entstandene Schaden erheblich ist.

2. Die Schieflagen sind, wie am Beispiel der IKB zu sehen, häufig Milliarden-schwer. Über Rücklagen dieser Höhe verfügt kaum eine Bank. Ohne fremde Hilfe ist eine Pleite meist unabwendbar.

Das Problem:

Entweder, die Banken-Branche “legt zusammen”, um einem Branchenkollegen finanziell zu helfen. Dann unterstützt sie nicht nur die direkte Konkurrenz, sondern die Banken reduzieren die eigene Risikovorsorge und zudem ihren Gewinn. Das führt wiederum dazu, dass die Gewinnschätzungen der Analysten für die einzelnen Banken reduziert werden, was wiederum zu Kursabschlägen führt. Somit bringen sich bei einer Rettungsaktion die rettenden Banken selbst in Gefahr.

Oder man überlässt die Bank sich selbst, was eine Pleite nach sich zieht. Dies ist aber, wie im Fall der IKB, ein riesiges Image-Problem. Denn eine seltene Pleite einer deutschen Bank wird den Fokus auf die gesamte Branche verstärken und auch die anderen Banken in Mitleidenschaft ziehen. Das nationale und weltweite Vertrauen der privaten und institutionellen Anleger und Kunden wird sinken und somit zu fallenden Gewinnen und Kursen führen.

Was die Banken auch tun: Sie sind in einem Dilemma. Deshalb geht es bei der IKB auch nur so schleppend voran. Absichtsbekundungen gibt es inzwischen unzählig viele, aber eine Rettung ist noch nicht geschehen.

Betrachtet man nun, dass die IKB nicht das einzige hilfebedürftige Institut ist, und zudem selbst von der Krise betroffene Banken kaum fähig zur finanziellen Hilfe sind, so wird deutlich, dass der Zeitpunkt immer näher rückt, an dem das “nicht wollen” dem “nicht können” weichen wird.

Greenspan sieht Rezession

Der Ex-US-Notenbankchef Alan Greenspan bringt viele Befürchtungen auf den Punkt: Die US-Wirtschaft befindet sich schon in einer Rezession. Auch der Chef der Deutschen Bank Ackermann sieht die beschriebenen flächendeckenden Auswirkungen der Subprime-Krise auf uns zukommen. Betrachtet man zudem, dass US-Banken wie Citigroup, Merrill Lynch & Co. immer wieder neue Milliarden-Abschreibungen und Verluste eingestehen müssen und inzwischen sogar Dax-Werte wie die Hypo Real Estate hohe zweistellige Kurseinbrüche hinnehmen müssen, dann ist eines klar: Die Krise ist da und die seit vielen Monaten überfällige Korrektur hat begonnen.

Fazit

Bleiben Sie ruhig. Sichern sie ggfls. noch vorhandene Investments mit Verkauflimits ab. Steigen Sie noch nicht ein. Ich erwarte, dass sich die Krise noch weiter ausdehnen wird. Die nächste größere Korrekturwelle wird durch die Rücknahme der Gewinnschätzungen vieler Kreditinstitute angestoßen werden, denen Abstufungen von Analysten und Verkäufe von institutioneller Seite folgen. Erst wenn auch diese Welle durch ist, dürfte die Krise weitestgehend verarbeitet sein. Dies könnte schon zu Mitte dieses Jahres geschehen. Bis dahin wird es weiter zu nennenswerten Kursrückgängen kommen. Lassen Sie sich von technischen Korrekturen bzw. kurzen Aufwärtsbewegungen nicht zum Einstieg verleiten. Ich bekräftige mein Worst-Case Szenario (Trendstocks berichtete), dass der Dax dieses Jahr bis auf 5.000 Punkte fallen kann.

Tschüss und bis bald auf Trendstocks,

Euer Daniel

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